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Rivista Antonianum
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Foto Stamm Heinz- Meinolf , Recensione: WILHELM THÜSING, Die neutestamentlichen Theologien und Jesus Christus: Grundlegung einer Theologie des Neuen Testaments, Bd. II: Programm einer Theologie des Neuen Testaments mit Perspektiven für eine Biblische Theologie , in Antonianum, 75/1 (2000) p. 163-164 .

Das Gesamtwerk ist auf vier Bände angelegt, von denen jetzt zwei Bände vorliegen. Thüsing versucht den Neuentwurf einer Theologie des Neuen Testaments. «Botschaft, Wirken und Leben Jesu weisen eine "Struktur" im Sinne eines Relationsgefüges theologischer Inhalte auf. Deren Knotenpunkte werden als "Strukturkomponenten" dann in einer umrisshaften, aber tragfähigen Weise erkennbar, wenn konsequent darauf verzichtet wird, nur die ipsissima vox Jesu gelten zu lassen, und man sich statt dessen mit der relativ leichter und zuverlässiger zugänglichen ipsissima intentio "begnügt". Die so erreichbare Reihe von "Strukturkomponenten" vermag die theologische Struktur des jesuanischen Ursprungs zu repräsentieren» (S. 12-13).

Im ersten Band, der 1981 erschien und 1996 eine erweiterte 2. Auflage erlebte, wurde der Ansatz entwickelt und der Entwurf als solcher hingestellt und reflektiert: Kriterien aufgrund der Rückfrage nach Jesus und des Glaubens an seine Auferweckung. Im zweiten Band geht es nun darum, das Programm einer Theologie des Neuen Testaments mit Perspektiven für eine gesamtbiblische Theologie zu entwerfen. Dieser zweite Band ist in drei Teile aufgegliedert: I. Programm einer «Theologie des Neuen Testaments unter dem Aspekt der Kontinuität mit Jesus Christus» (S. 21-185); II. Perspektiven für eine biblische Theologie des Alten und Neuen Testaments (S. 187-244); III. Konsequenzen des Programms für die nachtestamentliche Theologie (S. 245-284). Ein Nachtrag zu einem Zentralthema des ersten Bandes «Was wird durch Ostern neu?» (S. 285-343) schließt das Werk ab.

Im ersten Teil werden zunächst die Aufgaben und Gründzüge der «Theologie des Neuen Testaments unter dem Aspekt der Kontinuität mit Jesus Christus» benannt und erörtert. Vor allem das für den Neuentwurf charakteristische Grundpostulat wird dabei herausgestellt, dass nämlich die Vielfalt und häufige Divergenz der einzelnen neutestamentlichen Konzeptionen ernst zu nehmen ist, gleichzeitig aber ihre verborgene Einheit erspürt werden muss. Sodann werden die zwei theologischen Ansätze des Neuentwurfs aufgezeigt: das dem Neuen Testament selbst immanente konstitutive Prinzip «Verstehen vom Auferweckungsglauben und Erhöhungsglauben aus» sowie das hermeneutisch-kriteriologische Prinzip «Orientierung an der Ursprungsstruktur des Christlichen». Die Zusammengehörigkeit und Dialektik der beiden Ansätze verschafft dem in heutiger Theologie unerlässlichen geschichtlichen Denken Geltung. Vor allem können von hier aus vier Arbeitsfelder entworfen werden, die sowohl der differenzierten Erkenntnis der Vielfalt als auch der Annäherung an die verborgene Einheit dienen: die je spezifische Neuinterpretation des Grundkerygmas in Verbindung mit der jeweiligen theologischen Eigenstruktur; das In-Beziehung-Setzen der je einzelnen neutestamentlich-theologischen Strukturen zur Leitlinie «Ursprungsstruktur des Christlichen»; Quervergleiche zwischen neutestamentlich-theologischen Strukturen zum Erkennen der spezifischen Tragfähigkeit, die die einzelnen Konzeptionen innerhalb des Gesamtzeugnisses besitzen; Betrachtung des neutestamentlichen Gesamtzeugnisses unter dem Aspekt von Konvergenz und Anreicherungen. Das Handeln Gottes in und an Jesus Christus wird schließlich als dasjenige herausgestellt, was das Neue Testament als ganzes umfängt und trägt.

Der zweite Teil entwirft Grundlinien für eine Biblische Theologie des Alten und Neuen Testaments. Aufgrund der zunächst dargelegten hermeneutischen und theologischen Erwägungen erfolgt sodann die theologische Zusammenschau des Alten und Neuen Testaments von der Einzigkeit Gottes und von Jesus als «Angelpunkt» her. Die hier vorgetragenen Gedanken sollen demnächst im dritten Band noch vertieft werden.

Die Darlegungen der ersten beiden Teile führen im dritten Teil zu den Konsequenzen und den spezifischen Chancen, die die «Theologie des Neuen Testaments unter dem Aspekt der Kontinuität mit Jesus Christus» für die Theologie als ganze eröffnet, und das nicht nur hinsichtlich der Theologiegeschichte, sondern auch für heutige und künftige Theologie. Es geht um das Programm einer Theologie des Neuen Testaments, das einerseits dieser Bezeichnung gerecht wird, andererseits aber in einer spezifischen Weise auf den Dienst an der Theologie als ganzer hingeordnet ist.

Der hier vorgetragene Entwurf eines Programms einer Theologie des Neuen Testaments mit Perspektiven für eine gesamtbiblische Theologie überzeugt. Mit Spannung erwartet man das Erscheinen der noch ausstehenden zwei Bände, die die hier gemachten Aussagen unter der Thematik Einzigkeit Gottes und Jesus-Christus-Ereignis bzw. Exemplarische Darstellungen zu neutestamentlichen Theologien (insbesondere zur paulinischen und zur johanneischen Theologie) ausführlicher erläutern und vertiefen werden.

 


 
 
 
 
 
 
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