Inizio > Rivista Antonianum > Articoli > Stamm Martedì 20 agosto 2019
 

Rivista Antonianum
Informazione sulla pubblicazione

 
 
 
 
Foto Stamm Heinz-Meinolf , Recensione: Bibliotheca franciscana: gli incunaboli e le cinquecentine dei Frati Minori dell'Emilia-Romagna conservate presso il Convento dell'Osservanza di Bologna (Biblioteca di bibliografia italiana, n. 159), catalogo elab. da Z. ZANARDI con la collab., in Antonianum, 77/2 (2002) p. 377-378 .

Die Minderbrüder wirken in der Emilia-Romagna seit den ersten Jahren der Ordensgründung Anfang des 13. Jhs. Franziskus selbst sandte seine Brüder dorthin. Sie beschränkten sich nicht nur auf die Seelsorge, sondern entfalteten im Laufe der Zeit auch eine umfangreiche wissenschaftliche Forschung. Zeugen davon sind die zahlreichen Inkunabeln und Postinkunabeln in den Konventen, die heute in der Bibliothek des Convento di S. Paolo di Monte, detto dell'Osservanza, in Bologna zusammengefasst sind. Denn dieser Konvent bildete bereits die Jahrhunderte hindurch das Zentrum der verschiedenen Studien, und seine Bibliothek diente stets als Zentralbibliothek der Forschung.

Die Inkunabeln umfassen alle Drucke bis zum 31. Dezember 1500, die Postinkunabeln - im weiteren Sinne - die Drucke des 16. Jhs. Da die Renaissancezeit in Italien die nach der altrömischen Zeit größte kulturelle Blüte darstellt, sucht das Istituto Centrale per il Catalogo Unico alle diese Werke, soweit sie sich in italienischen Bibliotheken befinden, in einem Einheitskatalog zu erfassen. Für den Bereich der Emilia-Romagna hat das Istituto per i Beni Culturali della Regione Emilia-Romagna die Verantwortung für die Verwirklichung übernommen. In seinem Auftrag führte Zita Zanardi die historisch-bibliografischen Untersuchungen durch und verfasste für den Katalog die Karteikarten und Indizes. Raffaella Ricci ordnete innerhalb der Bibliothek die Inkunabeln und Postinkunabeln neu und besorgte die Eingabe der Karteikarten in die Software der EDV. Riccardo Vlahov oblag die fotografische Aufnahme der wertvollsten Seiten des Bestandes. So wurden insgesamt 121 Inkunabeln und 1889 Postinkunabeln bibliografisch bearbeitet.     

Die meisten Werke sind religiösen, theologischen, philosophischen und moralischen Inhalts. Aber ein nicht unwesentlicher Bestand behandelt rechtliche, historische und literarische Themen. Die Spannbreite ist jeweils sehr groß. Sogar ein reichkoloriertes Exemplar der Schedelschen Weltchronik befindet sich unter den Inkunabeln.

Die Bibliothek hatte zwei schwierige Momente zu überstehen: die Aufhebung des Konventes 1796 durch Napoleon und die Säkularisierung 1855 und 1866 durch Viktor Emmanuel II. Im ersten Falle konnten die Minderbrüder vorübergehend die zahlreichen Manuskripte in die Universitätsbibliothek, die Wiegendrucke und Postinkunabeln in die Biblioteca Dipartimentale Civica, dem heutigen Archiginnasio, einfügen. Im letzteren Falle gelang es, durch einen gut gesinnten Laienkustos während der Zeit der Vertreibung die Bestände zu erhalten.

Nach einer ausführlichen Einführung (S. V-XXXVI) bietet der Katalog (S. 1-230) jeweils in alphabetischer Reihenfolge zunächst die Beschreibung der Inkunabeln, dann der Postinkunabeln. Zwei Indizes (S. 233-269) schlüsseln den Bestand nach Zweitautoren, Mitautoren, Kommentatoren, Herausgebern und Übersetzern sowie nach Druckern, Verlegern und Buchhändlern mit den Druckorten auf. Damit steht hier ein wertvolles Arbeitsmittel für weitgefächerte Forschungsunternehmen zur Verfügung, das überdies durch die zahlreichen fotografischen Wiedergaben Einblick in eine der größten italienischen Blütezeiten gewährt.

 


 
 
 
 
 
 
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